25. Januar 2026
25 Jahre Drupal: Vom Open-Source-Projekt zum Rückgrat digitaler Ökosysteme
Am 15. Januar wurde Drupal 25 Jahre alt. Was im Jahr 2001 als einfaches Open-Source-Experiment von Gründer Dries Buytaert in Antwerpen begann, ist heute eines der leistungsfähigsten Frameworks für komplexe digitale Plattformen weltweit.

Vom Website-Baukasten zum strategischen Framework
In diesen 25 Jahren hat Drupal nicht nur eine enorme technologische Entwicklung durchlaufen. Auch seine Rolle für Unternehmen hat sich im Laufe der Zeit grundlegend verändert: Drupal ist erwachsen geworden. Und mit ihm die Anforderungen an digitale Produkte.
In den frühen 2000er-Jahren stand Drupal, wie viele Content-Management-Systeme, vor allem für eines: Inhalte einfach online zu bringen. Webseiten waren statisch, Anforderungen überschaubar, digitale Touchpoints klar begrenzt.
Mit der zunehmenden Digitalisierung von Geschäftsmodellen änderte sich das grundlegend. Websites wurden zu Plattformen, Plattformen zu vernetzten digitalen Ökosystemen. Unternehmen brauchten Systeme, die:
- mit bestehenden IT-Landschaften integrierbar sind
- mehrere Kanäle, Märkte und Sprachen bedienen
- langfristig skalieren können
- sicher, stabil und erweiterbar bleiben
Drupal hat diese Entwicklung nicht nur mitgemacht, sondern aktiv mitgestaltet. Schritt für Schritt wurde aus einem CMS ein Enterprise-fähiges Framework, das heute weit mehr ist als eine Website-Technologie: eine stabile Basis für komplexe digitale Architekturen.
Zurückzuführen ist dies unter anderem auf die große Community hinter Drupal, die nach dem Open-Source Framework Linux als die zweitgrößte der Welt gilt. Diese Community hat durch ihren jahrelangen Einsatz letztlich zum Wachstum und der Anpassung an die Anforderungen an digitale Systeme maßgeblich beigetragen.

Selbst Gründer Dries Buytaert kommentierte seine Entwicklung zum 20-jährigen Jubiläum mit den folgenden Worten und brachte damit zum Ausdruck, wie sehr sich Drupal über die Jahre weiterentwickeln konnte:
„At the time, I had no idea that Drupal would someday power 1 in 35 websites, and impact so many people globally…“
Warum Drupal im Enterprise-Kontext überzeugt
Was Drupal über Jahre ausgezeichnet hat, ist weniger ein einzelnes Feature, sondern eine Haltung: Flexibilität statt Vorgaben, Struktur statt Einschränkung.
Unternehmen nutzen Drupal heute für:
- internationale Corporate Websites
- Plattformen mit Millionen von Nutzer*innen
- E-Learning Portale für interne Weiterbildung
- Intranet-Systeme und Partner-Portale
- Headless-Architekturen und API-First-Setups
- Digital Experience Platforms (DXP)
- hochintegrierte Systeme mit CRM, ERP, PIM oder Commerce
Drupal passt sich dabei an bestehende Prozesse an, nicht umgekehrt. Genau das macht es für Organisationen interessant, die digitale Produkte strategisch denken.
Drupal und KI: Open Source als Innovationsbeschleuniger
Ein besonders spannendes Kapitel der aktuellen Drupal-Entwicklung ist der Umgang mit Künstlicher Intelligenz. Hier nimmt Drupal unter den Open-Source-Frameworks eine federführende Rolle ein.
Warum ist das so?
In Drupal werden KI-Anwendungen nicht als isoliertes Feature verstanden, sondern als integrierter Bestandteil digitaler Workflows. KI-Funktionen lassen sich modular einbinden, transparent konfigurieren und verantwortungsvoll einsetzen, sowohl bei der Content-Generierung und Personalisierung als auch in der Automatisierung und Analyse. Anders als in vielen KI-Tools auf dem Markt, die als Standalone SaaS-Lösung verfügbar sind, laufen KI-Anwendungen bei Drupal direkt im System und bieten damit mehr Kontrolle, Kosteneffizienz und Datenhoheit.
Der entscheidende Vorteil: Open Source ermöglicht offene Innovation. Neue KI-Ansätze werden nicht hinter geschlossenen Türen entwickelt, sondern gemeinsam mit der Community. Das sorgt für:
- schnellere Weiterentwicklung
- höhere Transparenz
- bessere Kontrollierbarkeit von Daten und Modellen
- weniger Abhängigkeit von einzelnen Anbietern
Gerade für Unternehmen, die KI strategisch und nachhaltig einsetzen wollen, ist das ein zentraler Faktor. Mit unserem Tool FlowDrop haben wir einen entscheidenden Meilenstein im Bereich Agentic Automated Workflows erreicht.
Drupal heute: leistungsstärker, zugänglicher, schneller
Heute, 25 Jahre nach der Gründung, ist Drupal nicht nur flexibler, sondern auch messbar stärker geworden. Und zwar in verschiedenen Bereichen, die für Unternehmen in der heutigen Zeit besonders relevant sind.
API-first und Headless-ready
Drupal ist längst mehr als ein klassisches CMS. Durch seinen konsequenten API-first-Ansatz eignet es sich ideal für Headless- und Composable-Architekturen. Inhalte lassen sich zentral verwalten und flexibel über unterschiedlichste Touchpoints ausspielen, von Websites über Apps bis hin zu digitalen Services. Damit wird Drupal zum Content-Hub modernster Digitalstrategien.
Sicherheit und langfristige Stabilität
Drupal genießt seit Jahren einen exzellenten Ruf im Bereich Security. Ein dediziertes Security-Team, klare Release-Zyklen und transparente Prozesse sorgen für ein hohes Maß an Verlässlichkeit. Für Unternehmen bedeutet das: planbare Weiterentwicklung statt kurzfristiger Technologieentscheidungen.
Multisite, Mehrsprachigkeit und Internationalisierung
Globale Organisationen profitieren von Drupals Fähigkeit, komplexe Multi-Marken- und Multi-Länder-Setups abzubilden. Mehrsprachigkeit, Rollenkonzepte und differenzierte Redaktionsprozesse sind tief im System verankert und das ohne Kompromisse bei Wartbarkeit oder Governance.
Redaktionelle Effizienz und User Experience
Auch auf Seiten der Redakteur*innen hat sich Drupal stark weiterentwickelt. Moderne Editoren, strukturierte Inhalte und flexible Workflows sorgen dafür, dass Content-Teams effizienter arbeiten können, unabhängig von der technischen Komplexität im Hintergrund.
Accessibility als Standard, nicht als Zusatz
Drupal hat in den letzten Jahren massive Fortschritte in der Barrierefreiheit gemacht. Accessibility ist heute kein „Nice to have“, sondern tief im System verankert, bei semantischem Markup, Tastaturbedienbarkeit und Optimierungen für Screenreader. Das ist nicht nur gesellschaftlich und wirtschaftlich relevant aufgrund besser angelegter strukturierter Daten, sondern hilft auch bei der Compliance aktueller gesetzlicher Bestimmungen wie dem European Accessibility Act (EAA).
Performance auf Enterprise-Niveau
Mit aktuellen Versionen, insbesondere durch Weiterentwicklungen bis Drupal 11.3, wurden Performance, Caching und Core-Architektur nochmals deutlich verbessert. Das Ergebnis: bis zu 33% schnellere Ladezeiten, bessere Skalierbarkeit und eine stabile Grundlage für große, stark frequentierte Plattformen.
Kurz gesagt: Drupal ist heute mehr denn je für hohe Systemlasten sowie den aktuellen Erwartungen der Nutzer*innen an eine state-of-the-art User Experience ausgelegt.
Warum wir bei Factorial auf Drupal setzen
Seit vielen Jahren setzen wir bei Factorial in unseren digitalen Projekten konsequent auf Drupal: Nicht aus Gewohnheit, sondern aus Überzeugung.
Drupal passt zu unserer Haltung:
- Keine Lizenzkosten: Investitionen fließen in Qualität, nicht in Abhängigkeiten
- Volle Kontrolle: Code, Daten und Architektur selbst verwalten können
- Langfristige Sicherheit durch ein stabiles, community-getriebenes Ökosystem
- Maximale Anpassbarkeit statt Standardlösungen vom Regal
Aber vor allem: Wir sind nicht nur Nutzer*innen von Drupal: Wir sind Teil seiner Weiterentwicklung.
Unser Anspruch ist es, Drupal auf höchstem Niveau einzusetzen. Möglich wird das durch ein Team, das tief in der Community verwurzelt ist und aktiv an der Weiterentwicklung des Frameworks beteiligt ist, sowohl fachlich, konzeptionell als auch strategisch.
“25 Jahre Drupal – und wir sind stolz darauf, seit vielen Jahren aktiv an dieser Erfolgsgeschichte mitzuwirken. Als Contributor gestalten wir Innovationen mit und treiben damit Drupal kontinuierlich weiter. Bis heute überzeugt uns Drupal durch seine Offenheit und seine Stärke für individuelle Software-Lösungen. Genau deshalb glauben wir auch nach 25 Jahren fest an die Wirkmacht von Drupal und Open-Source Software.” — Stephan Huber, Managing Partner
Dieses Community-Involvement ist für uns kein Selbstzweck, sondern ein Qualitätsversprechen gegenüber unseren Kund*innen und Partner*innen. Denn diese profitieren täglich davon, dass wir Maintainer für weltweit genutzte Drupal-Module sind, Drupal’s Potenziale kennen und in der Community vernetzt sind.
25 Jahre Drupal: Ein Bekenntnis zu Open-Source
Drupal ist nach 25 Jahren kein fertiges Produkt, sondern ein lebendiges System. Es wächst mit den Anforderungen, lernt aus neuen Technologien und bleibt dabei seinen Open-Source-Werten treu.
Für uns bei Factorial ist klar: Wenn Unternehmen digitale Produkte bauen wollen, die nachhaltig, skalierbar und strategisch relevant sind, braucht es ein Framework, das genau dafür gemacht ist. Drupal war es vor 25 Jahren. Und ist es heute mehr denn je.
Erfahren Sie mehr darüber, warum Drupal ein zentraler Bestandteil unserer Arbeit ist.